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 Berger Kirche Berg
Adresse der Kirche/Lage
Klotzstra├če 21
70190 Stuttgart-Berg
GEO-Lńnge: 9.2107 - GEO-Breite: 48.79659

Gottesdienste
sonntags 9.20 Uhr
Íffnungszeiten
keine Angaben
Angebote in ge÷ffneter Kirche
keine Angaben
Beschreibung
In der ersten H├Ąlfte des 19. Jahrhunderts ├Ąnderte sich das Landschaftsbild rund um Berg herum sehr stark. Inmitten eines gro├čen Parks lie├č K├Ânig Wilhem I. das Rosensteinschloss errichten. Auf dem gegen├╝ber-liegenden H├╝gel stand die Villa Berg, die Residenz des Kronprinzenpaares, ebenfalls von einem gro├čen Park umgeben. Die dazwischen liegende alte Berger Kirche passte nicht mehr so recht zu diesen repr├Ąsentativen k├Âniglichen Anwesen. Schon damals musste der Staat sparen, und so sah nach verschiedenen Entw├╝rfen der vom Finanzministerium genehmigte Entwurf den Neubau eines einfachen Kirchengeb├Ąudes vor. Der K├Ânig ├╝bernahm die Mehr-kosten f├╝r eine prunkvollere Ausf├╝hrung. Auch alle w├Ąhrend der Bauarbeiten noch anfallenden Sonder-w├╝nsche bez├╝glich der Ausstattung des Gotteshauses ├╝bernahm der K├Ânig, es war ja schlie├člich ÔÇ×seineÔÇť Kirche. Ihre Einweihung fand am ersten Sonntag nach dem Geburtsfest des K├Ânigs, am 30.09.1855 statt. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Berger Kirche in der Nacht vom 14. auf den 15. April 1943 weitgehend zerst├Ârt. In der darauffolgenden Zeit fanden die Gottesdienste der Berger Kirchengemeinde im unbesch├Ądigten Werahaus statt, zusammen mit den Gemeindegliedern der Heilands-gemeinde, deren Kirche ebenfalls zerst├Ârt worden war. Zehn Jahre dauerte es, bis der Wiederaufbau in Angriff genommen werden konnte. P├╝nktlich zum 100sten Jubil├Ąum 1955 waren die Arbeiten erledigt und die Gemeinde konnte wieder Gottesdienst in ihrer Kirche feiern. Anl├Ąsslich des 150j├Ąhrigen Bestehens der Kirche erschien 2005 eine Festschrift mit weiteren geschichtlichen Details auch ├╝ber die Fr├╝hgeschichte der Kirche. K├Ânig Wilhelm I. bestimmte den T├╝binger Architekten Ludwig Friedrich von Gaab (1800 ÔÇô 1869) zum Baumeister der neuen Berger Kirche in ÔÇ×mittelalterlichem StyleÔÇť. Durch die verschiedenen Bauwerke, die K├Ânig Wilhelm I. in seinem Generalbauplan f├╝r Stuttgart von 1832 entwerfen lie├č, verwandelte sich Stuttgart in jener Zeit zu einer k├Âniglichen Residenzstadt nach dem Beispiel M├╝nchens. Deshalb orientierte sich von Gaab nicht nur an einer gotischen Kirche wie der Esslinger Frauenkirche, indem er deren Gr├Â├čenverh├Ąltnisse proportional ├╝bernahm, sondern auch an der 1839 in M├╝nchen fertig gestellten Maria-Hilf-Kirche, die von Joseph Daniel Ohlm├╝ller im neogotischen Stil errichtet worden war. Im vorreformatorischen Mittelalter stellte die gotische Kathedrale die Herrlichkeit Gottes und seines Reiches dar. Sie war feierlicher Ort der heiligen Messe, mystisch und geheimnisvoll f├╝r die Laien wie auch die Liturgie. Der gotische Wandaufbau mit einem Maximum an lichtdurchfluteten Glasfenstern als Ideal und das Streben zum Himmel mit der ├ťberbetonung der Vertikalen des Baus sind steinerner Ausdruck dieser Fr├Âmmigkeit. In Berg erkennen wir diese Formensprache des Mittelalters wieder. So wurde f├╝r die Berger Kirche ganz bewusst das Schema der eint├╝rmigen, gro├čen deutschen Pfarrkirche gew├Ąhlt. Dar├╝ber hinaus verlieh die Baukunst des 19. Jahrhunderts durch das Aufgreifen historischer Stilelemente der Sehnsucht nach Fernem Ausdruck ÔÇô nach dem Mittelalter und der damit verbundenen Mystik und Fr├Âmmigkeit ÔÇô und reagierte damit auf die zunehmende Industrialisierung, Technisierung und Entfremdung der Menschen. Dies war gerade f├╝r die Bev├Âlkerung im Vorort Berg, die mehrheitlich aus Arbeitern bestand, wichtig. Anders als fr├╝her planten jetzt allerdings Ingenieure die Bauten am Rei├čbrett, und mit neuen Bautechniken konnten sie viel schneller realisiert werden. Aufgrund ihres historisierenden ├äu├čeren, vor allem aber, weil sie Teil einer romantischen Vision ist, stellt die Berger Kirche eine architektonische Besonderheit dar. Sie repr├Ąsentiert innerhalb einer einzigartigen Gesamtanlage einen Baustil, ohne den der Park Wilhelms I. unvollst├Ąndig w├Ąre. Dem Besucher begegnet eine malerische Dorfkirche mitten in der Stadt, und nicht zuletzt wegen ihrer Lage ├╝berragt die Berger Kirche wie eine Kathedrale des Mittelalters alles Umliegende.
Kirchengemeinde
Stuttgart
Sickstra├če 41
70190 Stuttgart
0711 264371
0711 9239054
hoch@heilandskirche-stuttgart.de
www.heilandskirche-stuttgart.de
Landeskirche: W├╝rttemberg
Kirchenbezirk: Stuttgart

Bildquelle/Urheberschaft
Foto: Gunther Seibold (kirchbau.de)