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 Kirche Meckesheim Signet verlńsslich ge÷ffnete Kirche
Adresse der Kirche/Lage
Friedrichstr. 8
74909 Meckesheim
GEO-Lńnge: 8.818979 - GEO-Breite: 49.322059

Gottesdienste
Sonntags 8:50 oder 10 Uhr
Íffnungszeiten
t├Ąglich 10 bis 17 Uhr (im Winter bis Einbruch der Dunkelheit)
Angebote in ge÷ffneter Kirche
Schriftentisch (kostenlose Abgabe); biblischer Garten rund um die Kirche
(Dieser Text erscheint nicht in der Kirchenapp - lediglich Symbole)

Beschreibung
Unsere Kirche wurde in den Jahren 1847 - 1849 erbaut. Grundsteinlegung war am 23.09.1847, die Urkunde dazu betont, dass die Kirche nach ┬╗ganz neuer Bauart┬ź entworfen wurde. Der Vorg├Ąngerbau war wohl in der 1. H├Ąlfte des 16. Jahrhunderts errichtet worden und nun zu klein und bauf├Ąllig geworden. W├Ąhrend der alte Bau noch einigerma├čen geostet war, wurde der Neubau zur Stra├če hin ausgerichtet, damit ┬╗der Turm von der Hauptstra├če aus ganz gesehen wird┬ź, wie der Architekt L. Lendorff schreibt. Planung und Bau├╝berwachung oblagen in jener Zeit der Gro├čherzoglich Badischen Baudirektion, vertreten durch den in Heidelberg residierenden Bauinspektor Ludwig Lendorff (ca. 1800-1853). Lebensdaten des Architekten Ludwig Lendorff sind nur wenige bekannt. Es gibt wenige Bauwerke, die er entworfen hat und die heute noch erhalten sind. Sein Hauptwerk war wohl die Mannheimer Hauptsynagoge, die 1855 fertiggestellt und im November 1938 zerst├Ârt wurde. Lendorff schuf die Meckesheimer Kirche im neugotischen Spitzbogen-Stil, den Rundbogenstil der damaligen Zeit abl├Âsend. Der Turm ist in die Vorderseite des Schiffes integriert, an der R├╝ckseite des Schiffes ist der Chor angef├╝gt. Die Au├čenw├Ąnde sind aus hellem Sandstein aus M├╝hbach bei Eppingen, alle D├Ącher mit Schiefer gedeckt. Das Erdgeschoss des Turms bildet die Vorhalle vor dem Haupteingang. Zu beiden Seiten der Vorhalle f├╝hren T├╝ren zu den Aufg├Ąngen zu den Emporen. Die Vorhalle schlie├čt nach ober in einem Kreuzrippengew├Âlbe ab. In der L├╝nette ├╝ber dem Haupteingang liest der Besucher den Vers: ┬╗Unseren Eingang segne Gott┬ź. Oberhalb der Firstlinie des Daches endet der quadratische Turm, es folgt ein Achteckgeschoss. Die vier Ecken am ├ťbergang vom Quadrat zum Achteck sind mit Fialen (t├╝rmchenartiger Aufsatz an gotischen Bauwerken) und aufgesetzten Spitzen bekr├Ânt. (Diese Spitzen wurden ebenso wie die Spitzen an der Giebelwand und das Kreuz auf dem Giebel ├╝ber der Chorwand 1995 bei der Au├čenrenovierung wiederhergestellt.) Das Achteckgeschoss enth├Ąlt die Glockenstube, die spitzbogigen Schall├Âffnungen sind durch Schall├Ąden verschlossen. Eine achtseitige Spitzhaube beschlie├čt den Turm. Sie ist mit Kreuz und Wetterhahn gekr├Ânt. Das Hauptportal und der Balkon (Altan) dar├╝ber sind zwischen zwei Strebepfeiler eingef├╝gt. Nur das Portal ist durch einige Hausteingliederungen ausgezeichnet. Der Balkon ist durch eine Ma├čwerkbr├╝stung abgeschlossen. In der Mitte der L├Ąngsseiten sind weniger schmuckvoll gestaltete Seiteneing├Ąnge. Der westliche Eingang erhielt 1995 eine Rollstuhlrampe. Zwei Fensterreihen ├╝bereinander lassen von au├čen erkennen, dass die Kirche mit einer Empore ausgestattet ist. Gegliedert ist das ├äu├čere durch einen umlaufenden Sockel, durch Lisenen (senkrechte Wandleiste), die durch Friese verbunden sind und durch das Hauptgesims. Den Lisenen sind Strebepfeiler vorgesetzt. Turmgesims und Giebelschr├Ągen sind oberhalb des Zackenfrieses durch einen feinen Zahnschnitt geschm├╝ckt. Weitere Schmuckformen sind sieben gleichschenkelige, in den Sandstein eingetiefte Kreuze am Turmschaft und am r├╝ckw├Ąrtigen Giebel. Am ├ťbergang vom Chor zur Giebelwand sind Sakristei und Abstellraum (heute Heizraum) harmonisch eingef├╝gt. Betritt man das Innere der Kirche, so wird man von der Helle und Farbigkeit ├╝berrascht. Auch hier findet sich die der ├Ąu├čeren entsprechenden Gliederung durch Pfeiler, Lisenen, Balken. Das Mittelschiff ist eindeutig betont, die massiv ausgef├╝hrte, dreiseitig umlaufende Empore ist Element der Architektur, nicht mehr nur provisorischer Einbau. Die B├Âgen der Arkaden sind unten Tudorb├Âgen, ober Spitzb├Âgen. Entsprechend der unterschiedlichen aufliegenden Last sind die unteren Pfeiler massiver als die oberen. Die oberen Kapitelle sind, weil nicht so leicht einzusehen wie die unteren, etwas einfacher gestaltet. Der 5/8-Chor, f├╝r evangelische Kirchen aus jener Zeit eine Besonderheit, schlie├čt oben mit einem Gew├Âlbe auf schlanken Pfeilern ab, es ├╝berdeckt den Altar wie ein Baldachin. Der Zackenfries an der Emporenbr├╝stung ist auch im Chor zu finden, er verbindet Schiff und Chor. Der ┬╗offene┬ź Dachstuhl ist nur ├╝ber dem Mittelschiff vorhanden, ├╝ber den Emporen sind Flachdecken eingebaut. Das Geb├Ąlk des Dachstuhls ist kunstvoll gearbeitet, die Balken sind au├čerhalb der Verbindungen abgefasst ÔÇó Balken, Sparren und H├Ąngebalken liegen auf geschwungenen Konsolen auf. Die H├Ąnges├Ąulen enden in gedrehten Spitzen. Die Verbindungen der Balken waren urspr├╝nglich mit Verzierungen versehen. ├ťber offenem Dachstuhl und Balkendecke ist ein steiles Satteldach gespannt, der Raum zwischen Decke und Dach ist begehbar. Die Farbigkeit im Inneren war urspr├╝nglich viel bescheidener als heute, sie ordnete sich der Architektur unter. Beispiele aus der Erbauungszeit sind die dezente Farbverglasung der Seitenfenster, die Kapitelle der S├Ąulen und einige bei der Restaurierung 1982 freigelegte Bemalungsreste im Chor rechts am verschlossenen Fenster. Ausgemalt sind Vorhalle, Langhaus/Schiff und Chor. 1888-1890 wurde eine reichere, ornamentale Ausmalung angebracht. Sicher wurde das damals vorhandene Schema nicht beseitigt, sondern kunstvoll weiterentwickelt. Man findet Rankenwerk, mehrstielige Lilien, flammenf├Ârmig bewegte Bl├Ątter am chorbogen, Blattstauden. Besonders reich ist der Chor ausgemalt, ganz im Stile der Fr├╝hromantik. Das blaue Himmelsgew├Âlbe mit den goldenen Sternen ist auch in fr├╝hchristlichen Chorr├Ąumen zu finden, ebenso die Palmen des himmlischen Paradieses sowie die Sternbl├╝ten, die Himmel und Erde miteinander verbinden. Der Vorhang, hier nur gemalt, umgab den Ort des herrscherlichen Thronsitzes. Bibelworte sind zu lesen ├╝ber dem Chorbogen: ┬źJesus Christus gestern und heute und derselbe in Ewigkeit┬ź (Hebr. 13,8) an der westlichen Chorwand: ┬╗Wer da glaubt und getauft wird, der wird selig werden┬ź. (Mk 16,16) Die heutige Ausmalung wurde bei der Innenrenovierung 1982 erneuert bzw. wiederhergestellt. Sie war von 1954 bis 1982 unter einem wei├člichen Kalkanstrich verborgen. Auch die drei bunten Chorfenster wurden 1889 eingebaut. Das mittlere zeigt Christus im Gebet mit den schlafenden J├╝ngern im Garten Gethsemane, links ist Martin Luther und rechts Philipp Melanchton dargestellt. Der Stil der Bilder ist sp├Ątnazarenisch. Die K├╝nstler sind nicht bekannt. Vom Architekt Lendorff bereits entworfen sind der Altar, der bei der Innenrenovierung 1982 leicht ver├Ąndert wurde und die Kanzel. Der Schalldeckel ├╝ber der Kanzel wurde wohl 1889 in der heutigen Form angebracht. Einziges Ausstattungsst├╝ck aus der Erbauungszeit, das nicht aus Holz gefertigt ist, ist der Taufstein. Er stand urspr├╝nglich am Ende des Mittelganges, in der Mitte vor den Stufen zum Chorraum und wurde 1982 an seinen heutigen Standort versetzt. Das schlichte, aus wei├čem Marmor gefertigte Kreuz auf dem Altar wurde 1935 gestiftet. Ein weiteres steinerne Ausstattungsst├╝ck kam 1999 hinzu: in dem Bogen am Ende des westlichen Seitenschiffes wurde ein Steintisch eingef├╝gt, der das bei der Au├čenrenovierung 1995 geborgene Steinkreuz von der Giebelwand ├╝ber dem Chorbogen tr├Ągt. Hier entstand ein Ort, an dem Andachten im kleineren Kreis gefeiert werden k├Ânnen. 1982 wurde der Ambo im Chorraum aufgestellt, das Predigtpult: der Pfarrer predigt n├Ąher bei der Gemeinde, die Verk├╝ndigung geschieht nicht mehr so sehr ┬╗von oben herab┬ź. Auch ganz praktische Einrichtungen kamen seit 1982 hinzu: eine Fu├čboden-/Umluftheizung, um eine besonders f├╝r die Orgel schonende Klimatisierung zu erhalten, eine Toilette sowie eine hochwertige Lautsprecheranlage. Die Fenster erhielten alle eine Doppelverglasung. Die Orgel Das mit weitem Abstand wertvollste Ausstattungsst├╝ck unserer Kirche ist die Orgel. Ihre Geschichte reicht zur├╝ck bis ins 18. Jahrhundert. In den Jahren 1773/1774 wurde von Andreas Kr├Ąmer aus Mannheim f├╝r die dortige Garnisonskirche eine Orgel gebaut. Als 1782 die Kirche abgerissen wurde, wurde die Orgel ausgebaut und im Kapuzinerkloster eingelagert. 1805 ersteigerte die reformierte Gemeinde Meckesheim die Orgel, lie├č sie vom Heidelberger Orgelbauer J. Anton I. Overmann aufarbeiten und im Fr├╝hsommer 1806 in der alten Kirche aufgestellt. Beim Abriss der alten Kirche wird die Orgel wieder ausgebaut und nach Durlach verbracht, wo Orgelbaumeister Louis Voit den Auftrag erhalten hat, die Orgel so umzubauen, dass sie in der neuen Kirche aufgestellt werden kann. Das Geh├Ąuse entsteht nach den Pl├Ąnen von Ludwig Lendorff, die noch verwendbaren Schleifladen und Register (Pfeifen aus Zinn und Holz) werden repariert, neue kommen hinzu. In den folgenden Jahren muss verschiedentlich repariert und nachgebessert werden. 1917 werden ein Teil der Zinnpfeifen des Prospektes ausgebaut zur kriegswichtigen Munitionsherstellung, sie werden 1922 durch Zinkpfeifen ersetzt, die aluminiumfarbig lackiert sind. 1937 wird die Orgel durch die Firma E. F. Walcker, Steinsfurt, auf elektropneumatische Traktur umgebaut. Nachdem sich der Allgemeinzustand des Werkes sehr verschlechtert hatte, wurde 1984/1985 eine Generalsanierung durch die Orgelbauwerkstatt Peter Vier, Friesenheim, durchgef├╝hrt. Dabei wurde wieder auf eine rein mechanische Traktur zur├╝ckgebaut, der Spieltisch in die Vorderseite integriert und Pfeifen repariert bzw. neu gefertigt. Schmuckformen und Vergoldung sowie der Farbanstrich des Geh├Ąuses wurden nach Original-Unterlagen erg├Ąnzt bzw. erneuert. Bei der Renovierung 1954 war die Empore vor der Orgel um ein Feld vergr├Â├čert worden, um Platz f├╝r Kirchen- und Posaunenchor zu schaffen. Seither ist der Blick frei auf die Orgel, in ihrer ganzen Gr├Â├če, Monumentalit├Ąt und Sch├Ânheit seit 1985 wieder das Schmuckst├╝ck unserer Kirche. Sie ist die zweitgr├Â├čte und eine der ├Ąltesten Denkmalorgeln. Die Glocken Die drei Glocken der Vorg├Ąngerkirche waren w├Ąhrend der Bauarbeiten f├╝r die neue Kirche in einem freistehenden h├Âlzernen Glockenturm untergebracht, bevor sie in der neuen Kirche erschallen konnten. Um 1900 wurde eine davon schadhaft. Man beschloss, alle drei umgie├čen zu lassen (Andreas Hamm Sohn, Frankenthal). Die gro├če Glocke, Ton fis, erhielt die Inschrift ┬╗Kommet her zu mir alle, die ihr m├╝hselig und beladen seid┬ź, die mittlere, heute noch erhaltene, Ton a, ┬╗Gott ist die Liebe┬ź und die kleine, Ton h, ┬╗Ehre sei Gott in der H├Âhe┬ź. Sie waren aus Bronze gegossen, einem kriegswichtigen Material. So mussten 1917 die gro├če und die kleine Glocke abgegeben werden. Sie wurden damals nicht komplett vom Turm herabgelassen, sondern in der Glockenstube zerschlagen, die Teile vom Turm herabgeworfen. Bei Aufprall zersprangen die Teile in noch kleinere Bruchst├╝cke. In einigen Meckesheimer Familien werden heute noch solche Bruchst├╝cke aufbewahrt. 1922 wurden zwei neue Glocken gegossen, die aber 1942 wieder abgegeben werden mussten. 1949 wurden dann wieder zwei neue Glocken (Gebr. Bachert, Kochendorf) gegossen, die zur Feier des hundertj├Ąhrigen Jubil├Ąums der Kirche zum ersten Mal erklangen. Die gro├če, Ton fis, tr├Ągt die Inschrift ┬╗Gott loben ist unser Amt┬ź, die kleinere, Ton h, ┬źVerleih uns Frieden gn├Ądiglich┬ź. Die Kirchturmuhr Die mechanische Uhr ist im Mittelgeschoss des Turms eingebaut. Sie ist Eigentum der politischen Gemeinde. Die Uhr hat Gewichtsantrieb f├╝r Gangwerk und Schlagwerk, die Gewichte mussten fr├╝her t├Ąglich von Hand in die Ausgangslage hochgewunden werden. Sie wurde 1889 von Ungerer Fr├Ęres/Nachf. V. Schwilgue in Stra├čbourg gebaut. Sie ersetzte eine ├Ąltere mechanische Uhr, die schon in der Vorg├Ąngerkirche eingebaut war. ├ťber eine Kardangelenkwelle wird das seitliche Umlenkgetriebe und von dort das Verteilergetriebe, das im Zentrum des Turmes hinter den vier Zifferbl├Ąttern angebaut ist, angetrieben. Von dort treiben ebenfalls mit Kardangelenken ausger├╝stete Wellen die Untersetzungsgetriebe hinter den Zifferbl├Ąttern und die Zeiger an. Die Zifferbl├Ątter, Durchmesser ca. 2 m, wurden bei der Au├čenrenovierung 1995 ├╝berarbeitet. Die Schlagwerke an den Glocken (H├Ąmmer, die auf den Glockensaum schlagen) werden durch Zugseile bet├Ątigt. Im Jahr 2008 gingen wesentliche Teile der Uhr kaputt. Man beschloss die Uhr in ihrem Orignalzustand zu belassen. Das Uhrwerk, die Steuerung des Stundenschlages und die L├Ąuteelektronik wurde auf elktronische Regelung umger├╝stet. Das alte Uhrwerk steht immer noch an seinem angestammten Platz im Turm.
Kirchengemeinde
Meckesheim
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06226 787422

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Landeskirche: Baden
Kirchenbezirk: Neckargem├╝nd-Eberbach

Bildquelle/Urheberschaft
Foto: Einsendung Kirchengemeinde