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 Andreaskirche Dietlingen Signet verlńsslich ge÷ffnete Kirche
Adresse der Kirche/Lage
├ľstliche Friedrichstr. 1
75210 Keltern-Dietlingen-Dietlingen
GEO-Lńnge: 8.604033 - GEO-Breite: 48.895416

Gottesdienste
Gottesdienste sonntags 9.30 - 10.30 Uhr.
Íffnungszeiten
So. 10.30 - 18.00 Uhr, Mo.-Sa. 8.00 - 18.00 Uhr (Zugang ├╝ber den Eingang an der Friedhofsseite)
Angebote in ge÷ffneter Kirche
Info-Flyer zu Kirche und Geschichte; Info-Flyer zur Gemeinde, Gruppen & Kreise; Gesangb├╝cher f├╝r Gebete und Andacht; Flyer mit Gebeten
(Dieser Text erscheint nicht in der Kirchenapp - lediglich Symbole)

Beschreibung
Unser Gotteshaus ist samt Wehranlage Ende des 15. Jahrhunderts nach dem Bautyp jener Zeit mit Turm, Langhaus und Chor erbaut worden. Es wurde dem Heiligen Andreas geweiht, einem J├╝nger Jesu, Patron der Fischer und Seiler; er soll als M├Ąrtyrer an einem Kreuz mit diagonal sich schneidenden Balken gestorben sein. (Siehe Darstellung im rechten Chorfenster unten). Das Netzgew├Âlbe des Chores wurde durch zwei Schlu├čsteine zusammengefa├čt. Einer von ihnen tr├Ągt die Inschrift: ┬╗Qui est ex deo verba dei audit┬ź (Wer aus Gott ist, h├Ârt die Worte Gottes). Das Kirchenschiff (Langhaus) erhielt 1785 an der Nordwand einen Anbau im klassizistischen Stil. Beim Umbau 1956 wurde die S├╝dwand entsprechend erweitert, die alte Holzempore beseitigt und durch eine umlaufende aus Beton ersetzt. 1975/76 erfolgte die Restaurierung des Chores. Dabei sind im Chorbogen b├Ąurische Barockornamente entdeckt und freigelegt worden. Zwei r├Âmische Grabplatten waren urspr├╝nglich links bzw. rechts an der Westseite des Turmes beim Haupteingang eingemauert. Eine steht heute als Abgu├č an der Innenseite der Wehrmauer. Sie zeigt einen Mann in kurzgesch├╝rzter Tunika, einen Krug tragend. Die beiden Fresken in der Eingangshalle des Turmes sind vermutlich Gel├╝bdebilder aus dem 15. Jahrhundert, die aus Anla├č einer Kriegs- oder Pestzeit gestiftet worden waren. Links ist der M├Ąrtyrertod Sebastians dargestellt, der von Armbrustsch├╝tzen erschossen wird. Sebastian war nach der Legende Offizier der Leibgarde des r├Âmischen Kaisers Diokletian und bekannte sich zum Christentum. An der Kreuzigungszene nehmen als Vertreter f├╝r den Staat ein Richter mit dem Richterstab und f├╝r die Staatsreligion ein Priester teil. Die dritte Person m├╝├čte der Hauptmann des Hinrichtungskommandos sein. Rechts, am oberen Bildrand, ist die Hand Gottes sichtbar, ein Hinweis, da├č nichts auf Erden oder im Himmel geschieht, von dem ER keine Kenntnis hat. Das Fresko gegen├╝ber zeigt die sogenannte Schutzmantel-Madonna, wie sie unterm Sternenmantel Menschen Zuflucht gew├Ąhrt. Ihre Geste bittet den auferstandenen Herrn um sein Erbarmen f├╝r die leidende Menschheit. Die Buntglasfenster mit ihren leuchtenden Farben im Chor ersetzen die Fischblasenma├čfenster aus fr├╝herer Zeit. Sie predigen in ihrer Bildersprache von entscheidenden Ereignissen des Alten und Neuen Testaments. Im linken Fenster erkennen wir u.a. die Vertreibung aus dem Paradies, Isaaks Opferung, Mose mit den Gesetzestafeln und dem rettenden Kreuz, worauf Gottes Hand weist. Im mittleren Chorfenster sind die Geburt Jesu, seine Taufe, Kreuzigung und Auferstehung dargestellt. Das rechte Fenster verk├╝ndet das Weltgericht und erz├Ąhlt vom M├Ąrtyrertod des Heiligen Stephanus und des Schutzpatrons unseres Gotteshauses. 1998 wurde das vierte Fenster als Tauffenster vollendet. Der Karlsruher Kunstprofessor Emil Wachter wurde vom Kirchengemeinderat beauftragt das zu gestalten. Es veranschaulicht in jeweils drei Szenen drei biblische Wassergeschichten: die Sintflut, den Durchzug des Volkes Israel durch das rote Meer und die Jona Geschichte. Der K├╝nstler spart dabei nicht mit Anspielungen auf gegenw├Ąrtige Bedrohungserfahrungen, so etwa, wenn er einen VW-K├Ąfer in der Sintflut untergehen l├Ą├čt und damit auf die M├╝llflut hinweist. Der romanische Taufstein ist wohl das ├Ąlteste Zeugnis christlichen Glaubens in Dietlingen und soll schon in der Urkirche Mitte des 13. Jahrhunderts gestanden haben. 1329 wird urkundlich ein Heinricus plebanus (Volkspriester) in Duthelingen erw├Ąhnt. Das Kirchspiel Ellmendingen mit Dietenhausen und Weiler war in jener Zeit Dekanatssitz des Bistums Speyer. Der nachtr├Ągliche Einbau der Kanzel nach der Reformation 1612 f├Ąllt mit der Neuanlage des Gottesackers zusammen. Er wurde au├čerhalb der Wehrmauer, den R├Âmerberg aufw├Ąrts, geschaffen und ist es bis auf den heutigen Tag geblieben. Der aufgelassene Friedhof innerhalb der Wehrmauer diente bis ins 19. Jahrhundert hinein zur Bestattung von sogenannten Nichtehrbaren wie Fremden oder Verbrechern. Von Kriegszeiten berichten die guterhaltenen Wehrmauern, hinter denen sich die B├╝rger bergen und verteidigen konnten. Die Gesamth├Âhe betr├Ągt etwa acht Meter. Die Steinplatten des Wehrgangs gehen durch die Mauer hindurch und tragen als vorkragende Konsolen die Brustwehr an der Au├čenseite. Kirchturm wie Mauern besitzen Schie├čscharten. Im Kirchenspeicher befanden sich fr├╝her ┬╗Gaden┬ź, das sind Kammern f├╝r die Lebensmittelvorr├Ąte und Familienhabseligkeiten. Die Geschichte der Glocken beginnt schon im 17. Jahrhundert. Sie wurden 1690 von den Franzosen weggeholt. 1695 konnte man wieder zwei Glocken auf Ortskosten beschaffen. 1790 zersprang die gro├če Glocke; aus ihrem Material konnten zwei neue gegossen werden. Die Kosten daf├╝r brachten die B├╝rger durch freiwillige Spenden auf. Alle drei l├Ąuteten im Dreiklang Fis-A-Cis bis 1917. F├╝r R├╝stungszwecke des ersten Weltkrieges mu├čten zwei Glocken abgegeben werden. 1922 wurden neue geweiht, die von der Glockengie├čerei Bachert in Karlsruhe gegossen worden waren. Sie stellten den urspr├╝nglichen Dreiklang wieder her. Aber zwanzig Jahre sp├Ąter mu├čten wieder zwei f├╝r R├╝stungszwecke des zweiten Weltkrieges geopfert werden. Die der Gemeinde verbliebene gro├če Glocke von 1801 ├╝berstand auch diese Kriegszeit. Sie hat auf der Vorderseite folgende Inschrift: ┬╗Dietlingen Oberamts Pforzheim. Damals waren Herr C. F. Rink Pfarrer; H. M. Eberle Schultheiss; H. D. Bischoff Anwald; H. J. Birkle Schulmeister.┬ź Auf der R├╝ckseite steht: ┬╗Gegossen von C. G. Neubert in Ludwigsburg 1801. Carl Friedrich Markgraf von Baaden.┬ź Der zuletzt Genannte ist der sp├Ątere Gro├čherzog Friedrich I., in dessen Regierungszeit das ┬╗Physiokratische System┬ź in Dietlingen erprobt und die Leibeigenschaft in Baden aufgehoben wurde. Seit 1949 hat unsere Kirche ein vierstimmiges Gel├Ąute in Dis-Fis-Gis-Ais (H ab 1958). Die Glocken erhielten folgende Namen: Maranatha, Rogate, Hephata, Vaterunser (Gloria ab 1958). Die aus Stahl gegossenen drei Glocken mu├čten 1990 durch drei neue Bronzeglocken ersetzt werden. Zwei stehen heute als Zeugen einer schweren Zeit neben dem Turm, die dritte befindet sich im Heimatmuseum Keltern. Eine Orgel besa├č unser Gotteshaus schon im 17. Jahrhundert. Sie stand im urspr├╝nglichen Chor. Die Hoforgelbauer Gebr├╝der Stieffel von Rastatt bauten 1820 eine Orgel mit 10 Registern und einem Pedal mit drei Registern. Die meisten Teile konnten 1938 beim Umbau von der Firma Walcker (Steinsfurt) und 1976 von der Firma Vleugels (Hardheim) wiederverwendet werden. Walcker fertigte ein zweites Manual mit sechs Registern und vier B├Ąssen dazu; Vleugels gab der seit 1957 auf die Empore gesetzten Orgel den neuen Prospekt und hat die alten Pfeifen der Gebr├╝der Stieffel so umgearbeitet, da├č sie wieder dem urspr├╝nglichen Klang von 1820 entsprechen. In diesem Sinn wurde auch das R├╝ckpositiv dazugebaut. Ein Gotteshaus wie dieses ist mehr als die Summe von Fakten historischer, architektonischer, kultureller, ja auch theologischer Art - es ist Zeuge christlichen Glaubens ├╝ber Jahrhunderte hinweg. Weitere ausf├╝hrliche Informationen erhalten Sie unter: www.ekidi.de im Bereich ┬╗Archiv┬ź.
Kirchengemeinde
Dietlingen
Am Pfarrgarten 3
75210 Keltern-Dietlingen
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Landeskirche: Baden
Kirchenbezirk: Pforzheim-Land

Bildquelle/Urheberschaft
Foto: Harald Ulmer