kirchbau-Logo   Klassizismus, Historismus und Eklektizismus in Deutschland, Österreich und Schweiz (ca. 1780 - 1900) LogIn
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Im Ausgang des 18. Jh. regte sich eine neue Emanzipation der Kunst von der paternalistischen Obrigkeit. Der Bürger wird zum Kulturträger und dabei tritt auch der Kirchenbau aus seiner führenden Rolle ab. Die Suche nach klassisch demokratischen Werten führt zum künstlerischen Klassizismus, der sich an den Idealen der klassischen Antike orientiert, jetzt aber mit moderner Bautechnik verbunden werden kann.
Kennzeichen des Klassizismus ist seine stadtplanerische Orientierung. Kirchen werden zu Zielpunkten im achsialen System und verzichten auf die Ostung. Dies unterstützt ein einzelner Turm bzw. eine Kuppel. Die klassischen Formen erscheinen im Klassismus hell, schlank und scharf geschnitten.
Der Historismus als eigene Stilepoche übt die Nachahmung und Steigerung der klassischen Kirchenstile Romanik, Gotik, Renaissance und Barock. Er heißt Eklektizismus, wo eine mehr oder weniger willkürliche Mischung aus verschiedenen Stilzitaten zusammentritt.
In Deutschland wird der Klassizismus sehr bald von historistischen Bauten abgelöst. Vor allem im Kirchenbau dominiert die Orientierung an den Kirchenstilen Gotik und Romanik. Im Zuge restaurativer Tendenzen, die auch die Theologie prägen, wird auch im protestantischen Kirchenbau die gerichtete Kirche im kirchlich-gotischen Stil propagiert (Eisenacher Regulativ, 1855).

Die Kirchen sind nach dem jeweiligen Basisjahr geordnet.

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79837 St. Blasien: kath. Dom (1783)
ADRESSE: 79837 St. BlasienKreis: WaldshutBLand: Baden-Württemberg < Deutschland
KIRCHLICH: Pfarrei St. Blasius St. Blasien < Dekanat Waldshut < Diözese Freiburg

Klassizistische Rotunde mit Langchor. Kuppel mit Tambour auf 20 Säulen mit Umgang. Langchor basilikal mit umlaufender Galerie. Außen Vorhalle und zwei gedrungene Türme.
Turmhöhe: 63 • Spannweite Decke/Gewölbe: 36
858 urkundl. erwähnte Mönchszelle • wechselhafte Baugeschichte • 1768 Brand • 1772-1783 klassizistischer Neubau durch M. d"Ixnard • 1806 Aufhebung des Klosters mit geplantem Abriss • 1874 Zerstörung durch Brand • bis 1913 Wiederaufbau in veränderter Form mit Jugendstil mit Orgel von Schwarz • bis 1977 denkmalgerechte Verbesserungen • 1983 neues Chorgestühl
HEILIGE(r): Blasius.
Web: www.dom-st-blasien.de, de.wikipedia.org/wiki/Dom_St._Blasien, de.wikipedia.org/wiki/Kloster_St._Blasien_(Schwarzwald)
Öffnungszeiten: Winterzeit 8.30 - 17.00 Uhr, Sommerzeit 8.00 - 18.30 Uhr
Kontakt: Kath. Pfarramt St. Blasius, Am Kurgarten 13ja, 07672 / 678, info@dom-st-blasien.de

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Foto: Andreas Werner
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Foto: Gunther Seibold (kirchbau.de)

10117 Berlin: säkularis. Friedrichswerdersche Kirche (1830)
ADRESSE: Werderscher Markt 1, 10117 BerlinKreis: Berlin-MitteBLand: Berlin < Deutschland
Klassizistisch/neugotische Saalkirche. Doppelturmfassade.
Turmhöhe: 46
Nach Projekt von 1821 erbaut 1824-1830 durch K.F. Schinkel • um 1944 Kriegszerstörung • Wiederaufbau als Schinkelmuseum • 1984-1987 Restaurierung durch Gottfried Grafe • seit 2012 wegen Bauschäden durch die zahlreichen Neubauten um die Kirche geschlossen
Web: www.smb.museum/museen-und-einrichtungen/friedrichswerdersche-kirche/home.html, de.wikipedia.org/wiki/Friedrichswerdersche_Kirche, www.berlin.de/orte/sehenswuerdigkeiten/friedrichswerdersche-kirche/
Öffnungszeiten: b.a.w. nicht zugänglich

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Foto: Gunther Seibold (kirchbau.de)
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Foto: Gottfried Grafe (1987)

14467 Potsdam: evang. Nikolaikirche (1837)
ADRESSE: Am Alten Markt, 14467 PotsdamBLand: Brandenburg < Deutschland
KIRCHLICH: Evangelische St. Nikolai-Kirchengemeinde Potsdam < Kirchenkreis Potsdam < Landeskirche Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz

Klassizistischer Zentralbau über griechischem Kreuz. Hohe Tambourkuppel mit Säulengang.
1830-1837 durch Persius nach K.F. Schinkel , 1945 Portikus und Portikusnordwand bis auf wenige Teilelemente an dem mittigen Portal nahezu vollkommen zerstört 1968-1977 Wiederaufbau und Instandsetzung • 2005-2010 Bauaufnahme und restauratorische Hülleninstandsetzung durch Gottfried Grafe.
HEILIGE(r): Nikolaus.
Web: www.nikolaipotsdam.de, de.wikipedia.org/wiki/St._Nikolaikirche_(Potsdam)
Kontakt: Evangelische Nikolaikirchengemeinde, Am Alten Markt

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Foto: Gottfried Grafe 2011
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Foto: Gunther Seibold (kirchbau.de)

1090 Wien: kath. Votivkirche zum göttlichen Heiland (1879)
ADRESSE: Rooseveltplatz, 1090 Wien < Österreich
KIRCHLICH: Propsteipfarre Votivkirche Zum göttlichen Heiland Wien < Stadtdekanat 8/9 < Diözese Wien

Neugotische Kirche als dreischiffige Basilika mit Querhaus und polygonal geschlossenem Chor. Doppelturmfassade mit durchbrochenem Turmhelm.
Turmhöhe: 99
1853 Anlass: Attentat auf den jungen Kaiser Franz Joseph I. am 18. Februar 1853 durch den Schneidergesellen Janos Libényi • Spendenaufruf durch Erzherzog Maximilian: Kirche soll Votivgabe (Dankopfer) sein • 1854 Architektenwettbewerb • 1855-1879 erbaut durch Heinrich Ferstel (zu Beginn 26jährig) • 1862-1918 katholische Garnisonkirche • 1872 Einwölbung • 1897 Weihe.
Web: www.votivkirche.at, de.wikipedia.org/wiki/Votivkirche_(Wien)
Öffnungszeiten: Di-Sa 9.00 - 13.00 u. 16.00 - 18.00 Uhr; So 9.00 - 13.00 Uhr
Kontakt: Kath. Propsteipfarramt Votivkirche, Rosseveltplatz 8

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Foto: Gunther Seibold (kirchbau.de)
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Foto: Gunther Seibold (kirchbau.de)

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